Rückblick und Vorschau: Der Bibelkreis im Jahr 2018

Stets gestalten wir unsere Gespräche auf der Grundlage der Bibel. Seit 2017 lesen wir hier in der erneuerten Einheitsübersetzung. Global liest die Kirche auch immer wieder neu um zu verstehen. Allerdings wird seit sehr viel mehr als zweitausend Jahren in den Texten der Bibel gelesen: jüdisch und christlich.

 

Die Bibel wird im wörtlichen oder übertragenen Sinn oder symbolisch gedeutet. Die einen halten sie für von Gott gegeben, geoffenbart oder inspiriert, die anderen für das Werk von Menschen. Sie ist das meistverbreitete Buch der Welt. Öfter als jedes andere Buch wird sie zitiert (und mitunter falsch zitiert). Sie wurde öfter als jedes andere Buch übersetzt; Wikipedia nennt für die Gesamtübersetzungen die Zahl 648. 

 

Man bezeichnet sie als großes literarisches Werk und sogar als das erste Geschichtswerk der Menschheit. Die jüdischen und christlichen Schriften des Alten Testaments und des Neuen Testaments bilden neben der kirchlichen Tradition gemeinsam die wesentliche Säule der spirituellen und kulturellen Entwicklung in Europas Kirche und weltweit. Jesus von Nazareth verwendete die israelitische Tora und die Berichte über die Propheten Israels als begriffliche Fakten zur Erklärung des Himmelreichs mit der Herrschaft Gottes und in den Diskussionen mit seinen Gegnern. Wollen wir das Neue in Jesus Christus entdecken, so sind wir wie auf seine Werke und Worte auch auf den Erklärungshorizont Jesu angewiesen, wie er dem ersten Teil der christlichen Bibel zu entnehmen ist. Der Einfluss der Bibel auf die kirchlich gelebte Kultur und auch auf das Staatswesen ist bis heute gewaltig. Man kommt nur schwer daran vorbei, ihre Wirkung anzuerkennen oder gar ihre Autorität zu akzeptieren, ohne danach zu fragen, in welchen historischen Zusammenhängen und auf welcher religiösen Glaubensgrundlage sie entstanden ist.  Mit Blick auf und in die Bibel erhalten wir eine Chance, auf einige Ur-Wurzeln unseres heutigen gesellschaftlichen Zusammenlebens zu schauen und sie für unsere Existenz neu zu erschließen.

 

Was heißt das für die Teilnehmer der Bibelgespräche in Maria Frieden?

 

Der Bibelkreis wurde vor vielen Jahren von der Religionslehrerin Frau Hecker gegründet, von der die Betreuung der Gruppe über Frau Schmidt zu Herrn Knak-Hermanns kam. Die Anzahl der Teilnehmenden wechselt.  Der Bibelkreis trifft sich in unseren Gemeinderäumen (Bücherstube oder Kolpingraum) regelmäßig am  2. Freitag im Monat . Wir bleiben auf Wunsch von Gesprächsteilnehmern seit dem Jahr 2013 bei folgender Zeit: der Bibelkreis beginnt um 16:30 Uhr und schließt gegen 17:30 Uhr. Meistens geht es thematisch um das Evangelium des nachfolgenden Sonntags  -  und sicherlich um den offenen Austausch darüber.  

 

Die Gespräche entwickeln sich oft auf fein empfundenen, mitunter auf ungewohnten, je nach Situation auch auf sehr eigenen Gedanken- und  biographischen Gefühlslinien.

Textbezogen werden Hintergründe zum biblischen Geschehen geboten. Die Eigentümlichkeit der Wortwahl wird dargestellt, wodurch immer neu der Verständnishorizont und die Glaubenstiefe der damaligen Gemeinden aufleuchtet, in denen die Evangelisten gelebt haben. Die aufgedeckten Zugänge zur Verkündigung des Wortes Gottes bleiben auch für das Empfinden und Verstehen der Gott zugewandten christlichen Mystik offen. Die Schwerpunktsetzung der Evangelisten kann trotz wechselnder Varianten punktgenau herausgearbeitet werden: So will zum Beispiel der Autor des Johannesevangeliums sein Werk als Zeugnis und Bekenntnis aufgefasst wissen, damit die Leser und Hörer auf die Suche nach Jesus und in die Jesus-Begegnung geführt werden (z. B. gemäß Alois Stimpfle).

 

Mit dem ersten Petrusbrief wird ein Christ aufgefordert, den Mitmenschen Rede und Antwort zu stehen, wenn sie Anfragen an unseren Glauben haben (1 Petr 3,15). Auf die Notwendigkeit des offenen religiösen Dialogs hat das II. Vatikanische Konzil schon 1965 hingewiesen. Für diese Gespräche und Antworten liefern die Aussagen der Bibel liefern Vorschläge, aber durch die jeweilige Biographie der Leser*innen immer wieder auch neue Fragen. Seit 2012 ist per Gewohnheit vorgesehen, zu gesonderten Terminen Referenten oder Referentinnen erneut anzufragen, z.B. theologisch Ausgebildete aus der Gemeinde.

 

Folgende Angebote gibt es  im Jahr 2018: 

12. Januar, 9. Februar,  9. März,      13. April, 11. Mai, 8. Juni, 13. Juli / in den Sommerferien nicht / 14. September, 12. Oktober, 9. November,                 14. Dezember.

 

Unsere herzliche Einladung ist an alle Interessierten gerichtet.

 

(Aus dem Büchlein „Wer schrieb die Bibel?“ von R. E. Friedman wurde eine Anregung übernommen. Es handelt sich um eine Lizenzausgabe mit freundlicher Genehmigung des Paul Zsolnay Verlages, Wien/Darmstadt 1989, ISBN 3-404-60320-6)