Chronik der Chorreise vom 22. - 24.09.2017 nach Prag

Freitag, 22.09.2017

Voller gespannter Erwartung auf unsere Reise nach Prag standen wir um 7:00 Uhr vor der Kirche Maria Frieden in Berlin - Mariendorf und warteten auf den Reisebus. 

In der Tat brauchten wir eine Woche, um die vielen Sehenswürdigkeiten und das gemeinsam Erlebte gedanklich zu verarbeiten. Die Führungen fanden auf historischem Pflaster statt. So mancher Stolperstein könnte gefährlich sein. Aber es ist nichts passiert. Alle Reiseteilnehmer sind wohlbehalten und unverletzt nach Hause gekommen. 

Diese Reise bleibt für uns in einer besonders schönen Erinnerung.

Es war eine vorbildlich organisierte und durchgeführte Reise. Wir haben dem  Vorbereitungsteam - Willi Neumann, seiner Frau Gabi, Frau Fehl,  Astrid Jess - die ganze Arbeit überlassen und uns auf das schöne Wochenende in Prag gefreut.

Um 13.00 erwartete uns im Hotel „Amaryllis“ ein Mittagessen in Buffetform.  

Nach dem Mittagessen wurden wir von zwei Stadtführerinnen zur Stadtbesichtigung abgeholt. In zwei Gruppen aufgeteilt, bei sonnigem Herbstwetter erklärten uns die Stadtführerinnen die Sehenswürdigkeiten. Im Menschen überfüllten Prag tummelten sich die Chorsänger und ihre Begleiter, wohl achtend, den Anschluss an die eigene Gruppe nicht zu verlieren. 

Einige Sehenswürdigkeiten: 

Die Karls Universität, die auch Jan Palach besucht hat, Rudolfinum (Konzerthalle), das Rathaus mit der astronomischen Uhr, Spanische Synagoge, Gassen und Straßen im jüdischen Viertel, Alter Turm an der Karlsbrücke. 

Jan Palach hat sich im Jahre 1969 im „Prager Frühling“ als Widerstandskämpfer gegen das kommunistische Regime verbrannt. Für ihn  wurde ein Denkmal in Form von gigantischen Flammen errichtet.

Gegen 17:00 durften wir im Hotel „Pyramida“ einchecken.

Die Schlüsselausgabe dauerte recht lange, weil zu gleicher Zeit eine weitere Reisegruppe einchecken wollte.

Der Abend stand zur freien Verfügung. Man konnte wahlweise im Hotel oder in den nahe liegenden Restaurants ausspannen. So gingen Kleingruppen auf eigene Entdeckungstour.

Samstag, 23.09.2017

Nach dem Frühstück im Hotel, galt die Aufmerksamkeit der Besichtigung der Prager Burg - Hradschin (Prazký Hrad). Die Burganlage ist vom Hotel zu Fuß erreichbar. Unser Busfahrer brachte uns jedoch zu einem Eingang, der nicht so überfüllt sein sollte. Die Eingangskontrollen zur Burg sind streng, ähnlich den Kontrollen an den Flughäfen. Das kostet Zeit und fordert Geduld. 

In der Burganlage befindet sich der Regierungssitz der Tschechischen Republik.

Durch die Führung in zwei Gruppen lernten wir  das große Areal der Burganlage kennen. Die prachtvollen Räume mit ihrer Historie sind beeindruckend. Wir standen an der Stelle, die durch den Sturz der Obrigkeit aus dem Fenster bekannt wurde. Der Prager Fenstersturz wiederholte sich in der Geschichte wohl dreimal. 

Die Goldene Gasse, eine sehr interessante kleine Gasse mit Geschäften und kleinen Anliegerwohnungen konnten wir nur  im Vorbeigehen kurz sehen. Viele Touristengruppen zwängten sich durch das Gässlein.  Hier wurde die Sehnsucht geweckt, die historischen kleinen Boutiquen genauer zu sehen. Vielleicht in sehr frühen Morgenstunden? 

Nach dem reichhaltigen Kulturprogramm gab es Zeit zur freien Verfügung. 

Am Nachmittag erwartete uns eine Schifffahrt auf der Moldau. Der Weg von der Burg zum Hafen konnte individuell gestaltet werden. Das war die Gelegenheit, auf die Karlsbrücke zu gehen. Fotosüchtige Touristen belagerten die Brücke. Die Brücke war zum Teil nicht so interessant, wie die Menschen auf der Brücke.

Alle schienen überglücklich von dem Flair der Umgebung zu sein. Der Weg zum Schiffsanleger Nr. 11 war lang. Man musste sich rechtzeitig auf den Weg machen.  

Eine Stunde mit dem Boot auf der Moldau! Das war sehr schön. Bei Kaffee und Kuchenstückchen haben wir die Ansage unserer Chorleiterin gehört. Sie erklärte uns die wichtigsten Gebäude, die man vom Schiff aus sehen konnte.

Im Vorbeifahren sahen wir am Ufer der Halbinsel Kampa Polizei- und Feuerwehrautos. Es muss etwas Ernstes passiert sein.

Nach der Bootstour hat uns der Busfahrer Sergej zum Hotel gefahren.

Eine Minipause für die müden Beine war uns gegönnt.

Zum Abendessen hat man uns im Kloster Strahov im Brevery erwartet. 

Vor dem Essen sang der Chor das Tischgebet. In dem alten  Kellergewölbe klang es gewaltig. Die traditionelle Küche war  sehr schmackhaft, reichhaltig und sättigend, das Bier der eigenen Brauerei schmeckte köstlich. Nach dem Essen führte uns ein Verdauungsspaziergang  zum Hotel. Es begann sanft zu regnen. 

Ein erfüllter schöner Tag mit vielen schönen Erlebnissen ging zu Ende.

Am Sonntag, dem 24.09. 2017 um 10:00 Uhr war unser Choreinsatz.

Im Kloster Brevnov gestalteten wir den Gottesdienst und sangen die Messe von Delibes und das Laudate. Unser Gesang ist sehr gut angekommen. 

Unser Pfarrer Franz Brügger konzelebrierte.

 

Die Akustik der barocken Kirche ist ein Genuss.

Nach dem Gottesdienst absolvierten wir eine Exklusivführung. Der Direktor der historischen Bibliothek dieses Klosters erklärte uns die Geschichte der Klosteranlage. Dort hat auch W.A. Mozart einige Kompositionen gespielt. Einige der Kompositionen befinden sich in der Bibliothek und werden nur in dieser Kirche gespielt. Leider blieb uns keine Zeit, die besondere Bibliothek zu besichtigen. Auf dem Rückweg nach Berlin konnten wir noch den Ausblick von oben auf die unter uns liegende Stadt Prag genießen. Eine gewaltige uralte Kulturstadt!  Es war schön herunterzuschauen, um für einige Augenblicke in eigenen Gedanken zu versinken.

Ein Mittagessen im „Klasterni Senk“, auch ein Teil der Klosteranlage, war unser letzter Programmpunkt. 

Die Chorfahrt mit allen ausgearbeiteten Programmpunkten in die wundervolle Stadt war ein großartiges Erlebnis. Durch unsere Chorleiterin haben wir nun eine besondere Beziehung zu ihrer Heimat.

Frau Lenka Fehl hat mit viel Wehmut Prag verabschiedet. Das war ihre erste Heimat. Aber die Freude, die Familie in ihrer zweiten Heimat wiederzusehen, war wohl viel größer. Während der Stadtführung hat uns Frau Fehl gelegentlich auch die Stätten ihrer Grundausbildung und des Studiums der Musik in Prag gezeigt. Sie hat betont, damals das große Glück gehabt zu haben, alles fußläufig erreichen zu können. 

Wir danken unserem Seelsorger, Herrn Pfarrer Franz Brügger, für seine Begleitung. Seine Texte sind stets eine Erfrischung. Unserer Chorleiterin Frau Lenka Fehl danken wir für ihre Geduld mit uns. Wir waren doch sehr gut vorbereitet und haben mit Freude gesungen.

Erwähnenswert ist die Hilfsbereitschaft unseres Chores. Ein Sänger, angewiesen auf den Rollstuhl, war Teilnehmer dieser Reise. Zwei starke Sänger haben abwechselnd den Rollstuhl mit ihm  geschoben. Auf dem historischen Pflaster war das eine sportliche Leistung.

Mein herzlicher Dank gilt allen, die sich für die Reise eingesetzt haben, Kaffee gekocht, große und kleine Getränke ausgegeben, für gestrickte Isolierer gesorgt haben und Müll eingesammelt haben. 

 

Gedanken für die Chorchronik

Karin Schuch

Berlin, den 29.09.2017